Wenn es nur so einfach wäre … Friedensarbeit in neuer sicherheitspolitischer Lage
Am Samstag, 16. Mai 2026, fand auf dem Katholikentag in Würzburg eine intensive Podiumsdiskussion über Frieden, Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt statt. Mit Video!
Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. Gerlinde Groitl, Politikwissenschaftlerin aus München. Auf dem Podium diskutierten anschließend:
• Ruprecht Polenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Münster
• Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien, Berlin
• Christian Schmidt, Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Sarajewo/Bosnien-Herzegowina
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Albert-Peter Rethmann, Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde. Die Stimmen und Fragen des Publikums brachten Sandra Uhlich (Ackermann-Gemeinde, Freiburg) und Zdenek Talacko (Sdružení Ackermann-Gemeinde, Prag) als Anwältin und Anwalt des Publikums ein.
Die Diskussion machte deutlich: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er braucht Dialog, Diplomatie und Verständigung – aber auch die Bereitschaft, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schützen. In einer Zeit wachsender Unsicherheit, des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung wurde intensiv darüber gesprochen, was eine wehrhafte und zugleich friedensfähige Gesellschaft ausmacht.
Dabei ging es nicht nur um militärische Fragen, sondern ebenso um gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Bildung, Vertrauen, Eigenverantwortung und die Frage, wie Demokratie und Freiheit im Alltag gelebt und verteidigt werden können. Besonders eindrücklich war die Erinnerung daran, dass Frieden immer konkrete Friedensarbeit bedeutet: in der Politik, in der Zivilgesellschaft, in Kirchen, Schulen und Begegnungen zwischen Menschen.
Kontrovers, respektvoll und offen wurde über Wehrpflicht, europäische Verantwortung, Diplomatie, Friedensethik und die Rolle von Kirche und Gesellschaft diskutiert. Deutlich wurde auch: Die einfachen Antworten sind oft die lautesten – aber selten die tragfähigsten.
Die Veranstaltung hat keine fertigen Lösungen präsentiert. Aber sie hat gezeigt, wie wichtig es ist, miteinander im Gespräch zu bleiben, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und gemeinsam Verantwortung für Frieden und Freiheit zu übernehmen. Und für die Ermöglichung solcher Dialoge stehen wir als Ackermann-Gemeinde.
Videoaufzeichnung der Diskussion: Link