Brünner Symposium "Dialog in der Mitte Europas"

Die Ackermann-Gemeinde und die Bernard Bolzano Gesellschaft laden gemeinsam mit der Stadt Brünn herzlich ein zur Konferenz XXVIII. Brünner Symposium „Dialog in der Mitte Europas“ mit dem Thema "Freiheit. Bestandsaufnahme 30 Jahre nach dem Aufbruch von 1989" vom 12. bis 14. April 2019 in Brünn/Brno.

Dreißig Jahre sind seit der politischen Wende im Jahre 1989 und dem Fall des Eisernen Vorhangs vergangen. In (Ost-)Mitteleuropa erleben wir derzeit eine Situation, mit der in den ersten Monaten nach dem Fall der Berliner Mauer und der Samtenen Revolution kaum jemand gerechnet hätte. Starke Kräfte betreiben aktiv die Demontage des politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmens und der liberalen und demokratischen Ordnung, die sich - wenn auch nicht immer problemlos - seither entwickelt hat. Die Situation mahnt zu einer kritischen Bestandsaufnahme.

Die einen sind überzeugt, dass unsere Freiheit immer noch unvollständig ist, weil der Staat oder überstaatliche bürokratische Strukturen sie zu stark und scheinbar undemokratisch regulieren. Andere wieder wollen eine Rückkehr zur nationalen, ethnisch homogenen Gemeinschaft, in der sie die eigentliche Freiheitsquelle sehen und die aus ihrer Sicht durch die Offenheit und Durchlässigkeit der modernen Welt gefährdet scheint. Eine Erklärung zielt darauf ab, dass die Krise der Freiheit in einem besonderen, lediglich am Markt und dem Individuum orientierten Verständnis von Freiheit liegen könnte. In der euphorischen Atmosphäre der sich öffnenden Möglichkeiten und Freiheiten nach 1989 war dieser Ansatz vielleicht bloß ein versteckter Mangel. Doch nach drei Dekaden ist der Anteil der Abgehängten, Frustrierten und Verunsicherten zwischen Ostsee und Adria so hoch, dass es ein Nachdenken über das richtige Verständnis von Freiheit dringend braucht. Freiheit kann nicht ohne die Verantwortung für den Anderen und das Gemeinwohl sowie ohne eine Verankerung in Recht und Ethik verstanden werden. Es braucht ein neues oder erneuertes Freiheitsverständnis, um sie vor antiliberalen Tendenzen zu schützen.

Das Brünner Symposium 2019 will zum einen auf das Jahr 1989 und die damals vorherrschende Vorstellung von Freiheit blicken und danach fragen, welche Hoffnungen und Träume sich erfüllt haben und welche enttäuscht wurden. Damit verbunden geht es um eine ehrliche Bestandsaufnahme der heutigen Situation. Wie steht es um die Freiheit in den Ländern (Ost)Mitteleuropas? Dieser Frage werden Studierenden im 9. Europäischen Essaywettbewerb nachgehen.

Die aktuelle Situation führt uns vor Augen, dass Freiheit ein hohes Gut ist, welches stets auch gefährdet ist. Daher braucht es einen bleibenden Einsatz für Freiheit. Wie dieser aussehen könnte, wird Thema der abschließenden Diskussion sein.

Wegen der notwendigen Planung bitten wir, die Teilnahme möglichst umgehend, jedoch spätestens bis zum 17. März 2019, online anzumelden: Opens external link in new windowackermann-gemeinde.de/dialog2019

Die Teilnehmerkapazitäten sind begrenzt.

Vorbehaltlich der ausstehenden Förderrichtlinien der Geldgeber für 2019 ist von den Teilnehmern aus Deutschland und Österreich ein Betrag in Höhe von 60 € pro Person (Schüler und Studenten 30 €; tschechische Teilnehmer 800 CZK / 400 CZK) als Beteiligung an den Unterkunfts- und Verpflegungskosten zu entrichten.

Nähere Angaben zu Tagungsort, Anreise und weiteren organisatorischen Fragen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.

 

Das Symposium findet statt mit Unterstützung der Stadt Brünn und unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin Dr. Markéta Vaňková und des Hauptmannes des Südmährischen Kreises Dr. Bohumil Šimek.

Wir danken für die Förderung dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Berlin), dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (Prag) und der Stadt Brünn/Brno.