Weiter in der Versöhnungsarbeit aktiv bleiben!

Generalvikar Falkenauer bei seiner Predigt. Rechts Bischof Tondra.

Bischof František Tondra und Generalvikar Robert Falkenauer motivierten zum Handeln

Zum Thema „Zeit des Dankens und der neuen Aussaat“ feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 31. Bundestreffens am Morgen des 3. August in der Kirche Maria Himmelfahrt im Franziskanerkloster zu Pilsen einen Gemeinschaftsgottesdienst. Als Hauptzelebranten wirkten Bischof Frantisek Tondra (Zips, Slowakei) und Dr. Robert Falkenauer, der Generalvikar des Bistums Pilsen.

Falkenauer machte in seiner Predigt deutlich, dass die Fähigkeit des Umdeutens eine für Menschen sehr wesentliche Aufgabe bzw. Charaktereigenschaft sei. Katholiken würden in jeder Heiligen Messe bei der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi eine solche Umdeutung erleben. „Gott kann umdeuten, heil machen. Aber er wünscht sich dabei unsere Mitwirkung“, verdeutlichte der Generalvikar. In Bezug auf die Ackermann-Gemeinde stellte er fest, dass in den ersten Jahren nach der Vertreibung fast alle Hoffnungen auf die Rückkehr gesetzt worden seien, es dann aber infolge der Ereignisse zu einem Umdeuten gekommen sei in Richtung Verzicht auf Rache und Wille zur Versöhnung. „Gott will, dass wir das weiter tun“, motivierte er die Gottesdienstbesucher.

Auch der Zipser Bischof František Tondra ging in seinen Dankesworten auf die Historie ein. „Ihr wart einst ja nicht Nachbarn, sondern habt im gleichen Hof gelebt. Wir Slowaken sind inzwischen Nachbarn zu den Tschechen. In der ersten Republik waren wir alle auf dem gleichen Hof. Die Vergangenheit betrifft uns alle“, merkte der Oberhirte zum Thema Nachbarschaft an. Und für die Zukunft wünschte er, „dass die Vergangenheit dahingehend berührt, was gut und nicht was böse war. Denn das Gute, das geschah, ist unser Wirken und unsere Arbeit unter der Hilfe Gottes. Das Böse kommt von außen und darf uns nicht irre machen“. Und er beendete seine Dankesbotschaft mit dem Wunsch, „dass wir den Frieden in der Liebe haben. Wir sind in neuer Weise, in der Europäischen Union, zusammen. Für dies alles begleite Sie der Segen Gottes.“

Den Gottesdienst umrahmte der Chor des „Rohrer Sommers“ unter der Leitung von Stephanie Kocher, an der Orgel spielte Iva Slancová.

Text und Fotos: Markus Bauer/Susanne Beckmann