Versöhnungsarbeit eine bleibende Aufgabe

Bischof Radkovský bei seiner Dankesrede

Versöhnungsmedaille für Bischof Radkovský, der Lob an Mitarbeiter weitergab

Mit ihrer Versöhnungsmedaille zeichnete die Ackermann-Gemeinde am Sonntag im Rahmen ihres 31. Bundestreffens den Pilsener Diözesanbischof František Radkovský aus. Der Oberhirte des Bistums Pilsen sei ein „vorzüglicher Wegweiser, Wegbegleiter und Brückenbauer“, meinte Franz Olbert, Generalsekretär der Ackermann-Gemeinde a.D. und Geschäftsführer des Sozialwerks der Ackermann-Gemeinde in seiner Laudatio. Und Olbert freute sich besonders darüber, diese Ehrung in Radkovskýs Bischofsstadt Pilsen vornehmen zu können.

Olbert erinnerte an die schwere Nachkriegs- und Vertreibungszeit und an die Menschen, die sich statt für Rache, Hass und Gewalt für Versöhnung und Verständigung einsetzten. In diesen Kontext stellte er auch den Pilsener Bischof: „Sie gehören zu denen, die immer darauf hinweisen, dass Versöhnungsarbeit unter Menschen wie Völkern eine bleibende Aufgabe ist“, machte Olbert deutlich.

Er erinnerte an die jüngste Versöhnungsgeste des Geehrten, die Segnung der Hroznata-Statue in Neutraubling. Aber auch an die atheistische Indoktrination bis zur Wende 1989, die Gründung des Bistums Pilsen und die Verleihung dieses Bistums an den Geehrten mit die vielen nicht leichten Aufgaben. Dazu seien auch Anfragen vieler Heimatvertriebener gekommen, ihre Heimatkirchen wieder aufzubauen. Darüber hinaus habe Radkovsky, so Olbert, in Deutschland immer wieder beeindruckende Zeichen der Versöhnung gesetzt: 1997 beim Diözesantreffen der Ackermann-Gemeinde Regensburg in Neutraubling, das Jahrtausendgedenken an den Heiligen Adalbert in Waldsassen im gleichen Jahr auch auf deutschem Boden und ebenso 1997 die Begründung der diözesanen Partnerschaft zwischen dem Bistum Pilsen und der Erzdiözese Freiburg. „Sie sind ein weithin sichtbarer Leuchtturm, ein Wegweiser, einer, der Menschen zu Versöhnung und Frieden führt. Sie sind jemand, der Mut hat und Mut macht,Brücken zu bauen, aber auch sie zu begehen“, schloss Olber seine Laudatio.

Nach der Verlesung des Urkundentextes übergab der Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde Adolf Ullmann Nadel und Urkunde an Bischof Radkovsky. Dieser gab das Verdienst dieser Auszeichnung an seine Mitarbeiter, Priester und Laien weiter. „Ich alleine könnte nicht viel machen“, stellte der Bischof fest und erinnerte an die spirituellen Erfahrungen seiner Zeit 1967 in Erfurt. Als Bischof der Grenzdiözese Pilsen möchte er auch für die von dort stammenden Heimatvertriebenen Seelsorger und Ansprechpartner sein. „Sie gehören hierher und ich gehöre zu Ihnen. Ich bemühe mich als Pontifex, immer diese Brücken zu bauen. Ich bin froh, dass Sie mir dabei helfen“, gab der Geehrte zum Schluss seiner Dankesworte seine Anerkennung an die Gläubigen dies- und jenseits der Grenze weiter.

Die Versöhnungsmedaille der Ackermann-Gemeinde wird in Erinnerung an Hans Schütz, den Mitbegründer der Ackermann-Gemeinde im Jahr 1946 verliehen. Hans Schütz wirkte bereits als christdemokratischer Politiker vor dem Zweiten Weltkrieg im Prager Parlament und war nach der Vetreibung als Bundes- und Europapolitiker sowie in Bayern als Staatssekretär und schließlich Staatsminister tätig. Sein besonderes Augenmerk galt – gemeinsam mit dem Augustinerpater Dr. Paulus Sladek der Neugestaltung der Kontakte zur ČSSR und der Integration der Vertriebenen in Deutschland - Wegbereiter und Wegbegleiter wie Bischof Radkovsky heute.

Text und Fotos: Markus Bauer/Susanne Beckmann