Gemeinschaft leben und stiften – aus der Kraft des gemeinsamen Glaubens

Die Hauptzelebranten im Pontifikalamt: Weihbischof Dr. Hauke und Bischof Dr. Hu?ko.

Die Oberhirten zweier katholischer Konfessionen, der römisch-katholische Erfurter Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge an den Vertriebenen) und der in Prag ansässige Apostolische Exarch der griechisch-katholischen Kirche Monsignore Ladislav Hučko waren die Hauptzelebranten des Pontifikalgottesdienstes zum Abschluss des deutsch-tschechischen Bundestreffens der Ackermann-Gemeinde. Da passte auch das Thema „Gemeinschaft leben – Gemeinschaft stiften“ bestens dazu.

„Wir haben es nicht gelernt, Christen zu sein“, zitierte Weihbischof Hauke eine oft an ihn gerichtete Antwort von Nichtchristen, die sich zu bestimmten lebenseinschneidenden Ereignissen eine würdige Feier wünschen. „Die Freude am Glauben, an der Weite des Sinns des Lebens – das macht uns Christen aus“, stellte der Weihbischof fest, und die Kirche biete ein Forum, über den Glauben, die Heilige Schrift, aber auch über die konkrete Welt zu sprechen. Und an die Teilnehmer des Bundestreffens gewandt meinte er: „Es kommt nicht auf das Äußerliche an, sondern auf die Kraft, aus dem gemeinsamen Fundament zu leben. Das haben Sie hier realisiert. Es ist möglich, Gemeinschaft zu stiften, wo andere das nicht für möglich halten. Das ist die Basis des gemeinsamen Glaubens.“

Weihbischof Hauke verwies auf Eckpunkte der Versöhnung des deutschen Volkes mit seinen östlichen Nachbarn, wie die Charta der Heimatvertriebenen, die gemeinsame Erklärung der deutschen und polnischen Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und die Versöhnung Deutschlands mit Frankreich, wobei es immer darum gegangen sei, Neues in der Mitte Europas zu gestalten. Und er machte auf „Märtyrer für die Versöhnung zwischen den Konfessionen“ aufmerksam. „Gemeinschaft leben und stiften – das ist möglich aus der Kraft des gemeinsamen Glaubens an Jesus Christus“, fasste der Erfurter Weihbischof zusammen.

Die musikalische Gestaltung erfolgte durch den Chor und das Orchester des Rohrer Sommers, geleitet von Stephanie Kocher und Simon Ullmann sowie an der Orgel Katharina Hänel. Zur Aufführung gelangte die „Missa Iventionis St. Crucis“ von Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656 – 1746).

M. Bauer