Ackerfrauen und -männer übernehmen Verantwortung für Europa

Mit einer feierlichen Vesper wurde das 32. Bundestreffen der Ackermann-Gemeinde am Spätnachmittag des 2. August im Bautzener Dom St. Petri offiziell eröffnet. Als Zelebranten wirkten der Geistliche Beirat der Ackermann-Gemeinde a.D. und Probst des Kapitels auf dem Vyšehrad Monsignore Anton Otte, Pater Josef Hurt von der Sdružení Ackermann-Gemeinde und Dompfarrer Veit Scapan von der Bautzener Dompfarrei St. Petri.

Begegnungen seien ein großes Geschenk Gottes, stellte Pater Hurt in seiner Begrüßung fest. „Wenn wir uns gegenseitig annehmen, entfalten wir schöpferisch das Beschenktsein durch Gott, und wir können die große Flamme seines Lichtes entfachen und Hoffnung sein für unsere Nächsten“, so der tschechische Geistliche. Probst Otte übermittelte die Grüße des Prager Erzbischofs Dominik Kardinal Duka, der mit der Veranstaltung die Hoffnung verband, „dass aus dem Bundestreffen ein weiteres Zusammenwirken unserer beiden Völker geschieht.“

Auf die Verbindungen der Geschichte und der Visionen der Ackermann-Gemeinde mit den Visionen eines neuen Europas, das nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen sollte, ging Monsignore Otte in seiner Predigt ein. Er verwies auf die Europa-Politiker der 50er und 60er Jahre, die ein Europa nach christlichen Wertvorstellungen gestalten wollten, sowie auf die Gründungsväter der Ackermann-Gemeinde, aber auch auf die derzeitige Euro(pa)-Krise, die Otte nicht als Katastrophe sah – aber doch als Herausforderung. Somit treffe das Tagungsthema „Europa – unsere Verantwortung“ den Nerv der Zeit. „Inzwischen haben in Europa auch Menschen Verantwortung, die sich nicht zum Glauben an Jesus Christus bekennen. Das muss uns nicht bang machen“, führte der Kanoniker aus, forderte aber eine Verantwortung der Christen für Europa - „getragen von der Hoffnung auf das Reich Gottes, das in der Jetzt-Zeit ein Stück weit sichtbar gemacht werden kann. Ackerfrauen und -männer stellen sich in den Dienst dieser Vision. Wir dürfen die Verantwortung für Europa auf uns nehmen. Denn die Vision ist getragen von der Verheißung Jesu auf das Reich Gottes. Im Dienste dieses Reiches übernehmen wir Verantwortung für eine verlässliche Nachbarschaft von Tschchen, Slowaken und Deutschen“, verdeutlichte Otte.

Die musikalische Umrahmung der Eröffnungsvesper oblag dem Chor des Rohrer Sommers unter der Leitung von Stephanie Kocher aus Dachau, als Organistin wirkte Katharina Hänel aus Bautzen.

M. Bauer