Ausstellungseröffnung als Auftakt zum Bundestreffen

„Porträts aus Böhmen und Mähren“ - die Ausstellung von 54 großformatigen Fotos der Münchner Fotografin Petra Flath, die engagierte Personen der deutsch-tschechischen Nachbarschaft, Begegnung und Versöhnung zeigen, bildete den Auftakt des deutsch-tschechischen Bundestreffens der Ackermann-Gemeinde vom 2. bis 5. August in Bautzen. Dieses stand unter dem Motto „Europa: Unsere Verantwortung. Erfahrungen – Herausforderungen – Visionen“. Bis zum 31. August ist die Ausstellung noch im Bautzener Rathaus zu besichtigen.

Die Grüße von Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm übermittelte Bürgermeister Michael Böhmer. „Wir sind sehr froh, dass die Ackermann-Gemeinde in Bautzen ist“, drückte er seine Freude aus und stellte fest, dass ihm aufgrund seiner Tätigkeit in der katholischen Kirche die Ackermann-Gemeinde nicht fremd sei. Auch freute er sich über die Schirmherrschaft, die der Vizepremier und Außenminister der Tschechischen Republik Karel Schwarzenberg für diese Veranstaltung übernommen hat. Die Präsentation „Porträts aus Böhmen und Mähren“ sah Böhmer als „einen Querschnitt, keine Ausstellung der Besten“, zumal Personen aus allen Bereichen darin vorgestellt werden, die in den zurückliegenden 20 Jahren die deutsch-tschechischen Beziehungen geprägt und mitgestaltet haben. „Für die Stadt Bautzen ist das Bundestreffen der Ackermann-Gemeinde eine große Freude“, schloss der Bürgermeister seine Begrüßung.

Die Porträts „zeigen Menschen, die in Böhmen und Mähren geboren wurden. Es sind Tschechen und Deutsche, Menschen, die in ihrer Heimat bleiben konnten, und Menschen, die als Vertriebene und Exilanten ihre Heimat verlassen mussten. Ihnen gemeinsam ist eine enge Beziehung und eine enge Bindung zu ihrem Geburtsland. Daraus hat sich Engagement entwickelt. Die porträtierten Persönlichkeiten stehen stellvertretend für viele andere Menschen und zahlreiche Organisationen“, charakterisierte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde Dorothea Schroth die Ausstellung. Sie verwies in diesem Kontext auf die dynamische Entwicklung der deutsch-tschechischen Nachbarschaft – auch durch diese Personen, die in ganz verschiedenen Bereichen wirken. Auch Aktive aus der Ackermann-Gemeinde finden sich unter den Porträtierten, hob Schroth mit Stolz hervor - „gehört doch unsere christliche Gemeinschaft von Beginn an, auch schon weit vor der Wende von 1989/90, zu den gestaltenden Kräften des deutsch-tschechischen Miteinanders“. Auch verwies sie auf die Lage Bautzens im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen, die vielen historischen Verknüpfungen mit Böhmen und auf die sorbische Minderheit, die eine Brücke zu den slawischen Nachbarn darstellen.

Für den Adalbert Stifter Verein, der diese Ausstellung konzipiert und organisiert hat, führte Anna Knechtel in die Hintergründe der Entstehung und Umsetzung ein. „Es ist ein Thema, das uns seit 1989 bewegt“, bekannte sie und verwies auf viele Veranstaltungen, darunter auch die Marienbader bzw. Iglauer/Brünner Gespräche der Ackermann-Gemeinde, bei denen „viele Persönlichkeiten diskutiert, gestritten und sich wieder versöhnt haben“. Diese Männer und Frauen sollten in Porträts festgehalten werden. Für das Projekt konnte die Münchner Fotografin Patra Flath gewonnen werden, die mit ihrer Analogkamera in Prag, Brünn, Wien, Bonn, Düsseldorf, München und anderen Orten die im November 2010 von einer siebenköpfigen Jury ausgewählten Personen abgelichtet hat. In den Schwarz-Weiß- Fotos konnten die Dargestellten Gegenstände oder auch Kulissen für den Hintergrund einbringen, so dass echte Charakterporträts entstanden sind. „Es gab viele nette kleine Episoden am Rande“, verriet Anna Knechtel und verheimlichte nicht, dass sich dadurch gute Kontakte zwischen den Machern und den Porträtierten sowie zwischen ihr und der Fotografin entwickelten.

Als Ehrengäste konnten bei der Ausstellungseröffnung und dem anschließenden Empfang Landrat Michael Harig, die Bundestagsabgeordnete Maria Michalk, der Landtagsabgeordnete Heiko Kosel, Stadt- und Kreisräte sowie zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen Lebens begrüßt werden. Die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung oblag Irina Ullmann mit Klavierstücken von Antonín Dvořák und Bedřich Smetana.

M. Bauer