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Literarisches Café: Rosa Tahedl, „Die Holzfällerin im Schatten des Roten Sterns“

Unser Leitungsteammitglied Martin Sarnezki (Stellv. Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde Regensburg und Mitglied des Bundesvorstands der Ackermann-Gemeinde) führt in einige weniger bekannte Facetten der Geschichte der Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer tschechoslowakischen Heimat nach dem Ende des 2. Weltkriegs 1945 ein und liest ausgewählte Passagen aus dem Werk der bekannten Böhmerwäldler Autorin. Darunter auch einige ihrer Gedichte in der Mundart ihrer Heimat.

Musikalische Umrahmung durch die 2Cent-Band (Ukulele/Gesang, Kontrabass; Jana und Johann Wagner, Regensburg; dt. u. tsch. Melodien aus dem Böhmerwald)

 

Rosa Tahedl zählt zu demjenigen Personenkreis der Sudetendeutschen, der - aufgrund der für die Tschechoslowakei nach dem Kriegsende systemrelevanten und daher unverzichtbaren beruflichen Tätigkeit ihres Vaters als Eisenbahner bei der damaligen ČSD (Fahrdienstleiter in Prachatitz) - nach 1945 nicht wie die meisten anderen Deutsch-Böhmen aus ihrer Heimat im Böhmerwald vertrieben, sondern dem die Ausreise nach Westdeutschland verweigert wurde und der in der Tschechoslowakei verbleiben musste. Dieser Personenkreis und sein Schicksaal nach dem Krieg ist bis heute in der historischen Forschung leider nur wenig untersucht und dokumentiert. In ihrem erlernten Beruf als Grundschullehrerin durfte sie nach der Machtergreifung der KSČ unter Klement Gottwald 1948 jedoch nach mehreren kritischen öffentlichen Äußerungen zum kommunistischen Regime der ČSSR nicht mehr tätig sein, sondern musste sich nach der Zwangsentlassung aus dem Schuldienst bis zu ihrer späteren Übersiedelung in die Bundesrepublik Deutschland 1964 im Zuge der Lockerungen während der Phase des sog. „Prager Frühlings“ unter Ministerpräsident Alexander Dubček als Forstarbeiterin in den Wäldern des Böhmerwalds rund um Wallern mit schwerer körperlicher Arbeit verdingen, einer Tätigkeit am untersten sozialen Ende der Gesellschaft.

In ihrem hochinteressanten Buch schildert sie als eine der wenigen dokumentarischen Zeitzeuginnen aus diesem Personenkreis anschaulich ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem kommunistischen Regime der ČSSR in den Nachkriegsjahren und ihre Ankunft in Bayern in den frühen 1960ern. Zugleich steht sie im Rückblick auf ihre Zeit nach 1945 zu ihrer Einsicht und festen Überzeugung, dass trotz des Schmerzes und der Trauer über die verlorene Heimat im Sudetenland nicht Zorn und Hass den Umgang mit den tschechischen Nachbarn bestimmen sollte, sondern Versöhnung, Friede und Freundschaft die Grundlage für ein gedeihliches Miteinander der beiden Völker in der Mitte Europas sein muss. Damit verkörpert sie in bester Weise die ideelle Grundeinstellung der Ackermann-Gemeinde.

Rosa Tahedl verstarb am 14.06.2006 in Runding im Landkreis Cham.

Herzliche Einladung!                                                                                                                                                                                        

Über Ihren Besuch freuen sich

Prof. Dr. Bernhard Dick, Vorsitzender                                                                                                                                            

Marcus Reinert, Moderation

Veranstalter: Diözesanstelle AG Regensburg

Spendenkonto:
Ackermann-Gem. i.d.Diözese Rgbg e.V.
IBAN DE51 7509 0300 0001 2119 00
BIC GENODEF1M05

Mehr Details
Ort: Lit. Café im Café Pernsteiner by Sipl

Von-der-Tann-Straße 40
93047 Regensburg
TEL: 09 41 / 79 54 89

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