kulturzoom startete mit Jazz, Swing und Dixie ins neue Jahr

Bes(ch)wingt startete am Vorabend des Dreikönigstages der monatliche kulturzoom der Ackermann-Gemeinde ins Jahr 2021, das Jahr des 75-jährigen Bestehens des Verbandes. Musik der Pilsner Jazz Band sowie des Ensembles „The Dixie Hot Licks“ verlockten die Frauen und Männer an den 57 PCs zum Mitwippen sowie - bei dem einen oder anderen Stück – zum Mitsummen und -singen. Beide Bands bereichert Jindřich Jindřich vorwiegend mit der Posaune, bisweilen auch mit dem Kornett. Der leidenschaftliche 32-jährige Musiker ist im Hauptberuf in Pilsen/Plzeň als Manager der Bayerisch-Böhmischen Beziehungen im DEPO2015 und damit in der länder- und grenzüberschreitenden Nachbarschaftsarbeit tätig.

Kontakte nach Bayern pflegte er bereits am Gymnasium während seines Schuljahrs als Gastschüler in Weiden, wo ebenfalls die Musik zu einem wichtigen verbindenden Element wurde. Zu Beginn seines Wirtschaftsstudiums an der Westböhmischen Universität in Pilsen gründete er im Jahr 2008 die Pilsner Jazz Band. Im Jahr 2015 folgte die Band „The Dixie Hot Licks“. Seit 2013 veranstaltet Jindřich die äußerst beliebten Swing(tanz)abende „Po siréně swing!“ Und darüber hinaus, wie Moderatorin Sandra Uhlich in ihrer Einführung erwähnte, veranstaltet er internationale Festivals und Swingtanz-Workshopwochenende. Bestens in Erinnerung ist er zudem Teilnehmern der deutsch-tschechischen Begegnungstage der Ackermann-Gemeinde 2019 in Landshut, wo er ebenfalls mit seiner Band aufspielte.

Seit 2007 lebt Jindřich in Pilsen, das im Jahr 2015 Europäische Kulturhauptstadt war. Das DEPO2015 ist ein Kultur- und Kreativzentrum, das im Rahmen des Projektes „Pilsen – Kulturhauptstadt Europas 2015“ auf dem Areal des ehemaligen Straßenbahndepots des Pilsener Verkehrsverbunds errichtet wurde. Seit 2017 ist er hier tätig, die Arbeit ist für ihn ein „Traumjob“, viele Veranstaltungen beziehen sich auf die Schiene Pilsen-Regensburg: Bayerische Tage in Pilsen, Böhmische Tage in Regensburg sowie das Festival „Treffpunkt“. Passende und große Räume für Kultur, mit einem Konzert- bzw. Kongressaal, Café, Restaurant, sorgen für ein ideales Ambiente, so dass alle Sparten von Kultur und Musik hier Platz finden und gut aufgehoben sind.

Ebenso wie der Hauptberuf macht Jindřich die Musik Spaß. Davon konnte man sich in den Filmeinspielungen überzeugen. Ob der mit bezaubernden Tanzeinlagen in Pilsen gedrehte Spot zum „I Charleston Pilsen“, wo sich eine Stadt mittels eines Tanzes vorstellt, oder bei einem Auftritt in Washington während einer USA-Tournee. Der Clip zum „I Charleston Pilsen“ wurde übrigens beim Liberation-Festival in Pilsen aufgenommen, das an die Befreiung Pilsens durch die US-Armee erinnert und jedes Jahr im Mai stattfindet. „Ein Jahr hat die Planung und die Erarbeitung des Szenarios gedauert“, verdeutlichte der Musiker.

Dass sich vor allem die Pilsner Jazz Band hohes Ansehen über Tschechien hinaus erspielt hat, beweisen Engagements in etwa neun europäischen Ländern – hauptsächlich in Deutschland und vor allem in Bayern und Sachsen. Die Tour nach Amerika mit drei Konzerten im Januar 2020 war somit für ihn und die Bandmitglieder ein großartiges, unvergessliches Ereignis – auch vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse 1945, der Befreiung Pilsens durch US-Soldaten. In deutschen Worten als „Pilsner Jazz Band“ tritt die Gruppe auf und nutzt dabei den nahezu weltweiten Bekanntheitsgrad von „Pilsner Urquell“. Die Brauerei fördert übrigens das Internationale Dixieland-Festival in Pilsen, heuer am 31. Juli und 1. August in der westböhmischen Metropole.

Damit sind wir bei der zweiten Band von Jindřich, „The Dixie Hot Licks“. In einem Clip war, intoniert von einer Sängerin, das bekannte „Ice cream“ zu hören. Dem setzte ein Sänger und Musiker aber entschieden ein „Pivo“ entgegen. Das Pils ist bei einer Pilsner Dixie-Kapelle halt mindestens genauso wichtig wie das Eis. „Das deutsche Publikum macht immer vom ersten Lied an aktiv mit“, betonte der Jazzer.

Momentan ist – was Auftritte mit den beiden Bands betrifft – eher Ebbe angesagt. Doch da ist dann auch Zeit zum Üben, zumal sich Jindřich ein Sousaphon zugelegt hat, in dessen Spiel er sich natürlich vertiefen möchte. „Jazz und Swing gehört zum Minoritätsbereich. Wir machen das Beste, es populär zu machen“, fasste der Multiinstrumentalist zusammen und freut sich darauf, wenn er nach der Corona-Pandemie wieder live spielen kann – in Bayern und in Böhmen oder anderswo auf dem Globus.

Markus Bauer

 

Links zu den Bands von Herrn Jindřich sowie zum internationalen Festival in Pilsen/Plzeň und den Aktivitäten im Rahmen der bayerisch-böhmischen Kulturplattform "Treffpunkt":

Pilsner Jazz Band:
Internetseite (deutsch): www.pjb.cz/index.php/ger
Facebook: www.facebook.com/PilsnerJazzBand
YouTube: www.youtube.com/c/PilsnerJazzBand, I Charleston Pilsen: https://youtu.be/I0AhcMMZ7Tk, Konzert in Kennedy Center: https://youtu.be/o1mnVEwi358

Internationales Dixieland Festival Pilsen:
Internetseite (deutsch): www.dixielandfestival.cz/deutsch
Facebook: www.facebook.com/DixielandFestivalPlzen

Bayerisch-Böhmische Kulturplattform "Treffpunkt":
Internetseite (deutsch): www.treffpunkt.cz/de
Facebook: www.facebook.com/treffpunktPilsenRegensburg

Jindřich Jindřich bei seinen Ausführungen.
Die Pilsner Jazzband beim Auftritt in Washington.
Jindřich Pilsner Jazz Band
„Ice Cream“ bzw. „Pivo“ mit „The Dixie Hot Licks“.
Ein Teil der kulturzoom-Teilnehmender, oben links Moderatorin Sandra Uhlich.