Přísečnice žije – Preßnitz lebt!


Přísečnice žije – Preßnitz lebt! Zusammengestellt von Schülern und Schülerinnen des Gymnázium Kadaň/Kaaden und der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge Annaberg-Buchholz unter der Leitung von Veronika Kupková und Daniela Hielscher, 512 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 1. Auflage 2019 vergriffen. 2. Auflage Telescope Verlag 2020, ab 3.10. verfügbar, Preis 28,00 €.

Die ehemals Königliche Freie Bergstadt Preßnitz/Přísečnice, gelegen auf der böhmischen Seite des Erzgebirges nahe der Grenze zu Sachsen, existiert heute nicht mehr. Preßnitz, einst als Stadt des Bergbaus und später auch der Musik weithin bekannt, versank zu Beginn der 1970er Jahre mit drei weiteren Ortschaften in den Fluten eines neu angelegten Stausees. Bewegte Bilder mit der Sprengung einiger Gebäude im todgeweihten Preßnitz fanden Eingang in den Spielfilm „Traumstadt“, der von Johannes Schaaf nach Motiven des Romans „Die andere Seite“ von Alfred Kubin gedreht wurde. Bereits 1945/46 waren fast alle deutschsprachigen Einwohner der Region vertrieben worden. Viele der tschechischen Neusiedler verließen die raue Gebirgsregion bald wieder, so dass Preßnitz vor seinem endgültigen Untergang nur noch wenige Einwohner zählte.

Schülerinnen und Schüler des Gymnázium Kadaň/Kaaden und der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge in Annaberg-Buchholz konnten im Rahmen eines mehrjährigen Gemeinschaftsprojekts, das durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert und vom Heimatkreis Preßnitz unterstützt wurde, zahlreiche historische Dokumente und Fotos in Archiven, Museen und Privatsammlungen sichten sowie viele deutsche und tschechische Zeitzeugen befragen. Als Ergebnis legten sie 2019 einen umfangreichen Band vor, der Preßnitz und seine Geschichte, die nun unter Wasser verborgen liegt, wieder sichtbar macht. Das Buch hat den Charakter eines Kompendiums, das mit sehr viel Begeisterung und Enthusiasmus erarbeitet wurde. Es verzichtet jedoch erklärtermaßen auf historische Analysen und Bewertungen. Genau dies stellt den vielleicht einzigen Schwachpunkt dieses ansonsten sehr verdienstvollen Bandes dar.

Manfred Heerdegen

Die Publikation PŘÍSEČNICE ŽIJE - PREßNITZ LEBT präsentiert die fesselnden Memoiren eines Ortes, die Geschichte einer Landschaft, deren Wendungen dem Leser den Atem nehmen.

Wie an einer Perlenkette reihen sich die verloren gegangenen Erinnerungen der ehemaligen Bewohner aneinander. Das versunkene Preßnitz legt so unter der Lupe der jungen Entdecker Zeugnis ab von unserem Verhältnis zur Landschaft des Böhmischen Erzgebirges - sowohl in der Vergangenheit, als auch heute.“

Terezie Vávrová, Antikomplex, Prag