Status Quo nicht selbstzufrieden als Normalität betrachten

Ackermann-Gemeinde bestätigt mittelfränkischen CSU-Europaabgeordneten im Amt des Bundesvorsitzenden und wählt neuen Bundesvorstand

Bundesvorsitzender mit seinen Stellvertretern

NÜRNBERG. Der mittelfränkische CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler ist und bleibt Bundesvorsitzender der katholischen Ackermanngemeinde. Ohne Gegenstimme hatte ihn die Hauptversammlung des katholischen Verbandes dieses Wochenende in Nürnberg wiedergewählt. Kastler sieht dieses Votum als Bestätigung seiner Arbeit. Ich werde die Reformen weiter voranbringen, damit die Ackermann-Gemeinde der treibende Motor deutsch-tschechischer Beziehungen bleibt, der sie seit mehr als sechs Jahrzehnten ist". Entscheidend sei es, "den status quo der deutsch-tschechischen Beziehungen nicht selbstzufrieden als Normalität zu betrachten", sondern sich dafür einzusetzen, "dass sie zu einer Freundschaft in der Mitte Europas wird - mit Leuchtturmfunktion für die gesamte europäische Integration."

Die Ackermann-Gemeinde selbst, so Kastler in seiner Rede vor der Hauptversammlung, wolle ihr Leitbild den aktuellen politischen Entwicklungen anpassen: "Weit mehr als Politik und Gesellschaft haben wir begonnen, innerhalb unserer Strukturen wieder selbstverständlich deutsch-tschechisch zu denken und das gesamteuropäische Engagement weiter ausgebaut." Ein Beispiel von vielen sei das jährliche mitteleuropäische Dialogforum in Brünn/Brno. Eine weiter aktiv entwickelte und gepflegte Nachbarschaft von Deutschland und Tschechien "ist ein wertvoller Baustein europäischer Integration". Auch deshalb brauche es "neue Impulse und Ideen, die uns voran bringen. Wir bringen uns als Christen engagiert und mit neuen Ideen in das mitteleuropäische Miteinander ein."

Als Geistlichen Bundesbeirat wählten die Delegierten in Nürnberg Msgr. Dieter Olbrich. Olbrich, der bereits seit drei Jahren Vorsitzender des Sozialwerks der Ackermann-Gemeinde ist. Seit Herbst 2011 übt der Stiftungsdirektor im Münchner Albertinum zudem im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz die Funktion des Visitators für die Seelsorge an den Sudeten- und Karpatendeutschen aus. Insgesamt kann sich Kastler über eine Verjüngung des Bundesvorstandes freuen. "Von unserem Jugendverband bis zur Erlebnisgeneration sind alle Altersgruppen gleichmäßig vertreten." Als stellvertretende Bundesvorsitzende wurden Dorothea Schroth (München) und Herwig Steinitz (Limburg) bestätigt. Neu in dieser Funktion ist als Angehöriger der mittleren Generation Martin Panten (Regensburg).