Professor Dr. Tomáš Halík, Partner und Freund der Ackermann-Gemeinde, mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeiner hat dem Prager Professor und Priester Dr. Tomáš Halík das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Damit würdigt er dessen Verdienste um die deutsch-tschechische Versöhnung und seinen langjährigen Einsatz für eine gerechte Bürgergesellschaft und den Dialog zwischen Völkern und Religionen. Am 21. Oktober, dem 41. Jahrestag seiner geheimen Priesterweihe in Erfurt, nahm Halík den Orden in der Deutschen Botschaft in Prag entgegen.

Prof. Dr. Tomáš Halík (l.) nahm aus den Händen des deutschen Botschafters in Prag Dr. Christoph Israng (r.) das Bundesverdienstkreuz entgegen.

Der Geehrte, Professor Halík (l.), im Gespräch mit dem tschechischen Außenminister Tomáš Petríček und AG-Bundesgeschäftsführer Matthias Dörr (v.r.).

Der Prager Weihbischof Václav Malý zählte zu den Gästen der feierlichen Ordensverleihung.

Professor Halík, hier mit dem Bundesgeschäftsführer der Ackermann-Gemeinde, zählt seit der Samtenen Revolution zu den engsten Partner und Freunden der Ackermann-Gemeinde.

Als einen „in vielerlei Hinsicht außergewöhnlicher Mensch“ würdigte der deutsche Botschafter Dr. Christoph Israng den Geehrten. Dabei verwies er auf Halíks „Einsatz für Gemeinschaft, Engagement für Humanität und Mut“ sowie auf seine besondere Verbindung zu Deutschland. „Er spricht sich für Toleranz und Dialog unter den Angehörigen verschiedener Völker, Religionen und politischen Gruppen und für mehr Humanität in den modernen Bürgergesellschaften Europas aus,“ beschreibt Israng Halíks Wirken. Dabei ziehe er jedoch immer wieder hasserfüllte Kommentare auf sich. „Leider haben wir das jetzt am Wochenende erst wieder im Vorfeld dieser Ordensverleihung erleben müssen,“ konstatiere Israng. Der Botschafter mahnte an, in einer pluralen Demokratie Position zu äußern, ohne andere zu verletzen oder auszugrenzen. Mit großem Nachdruck und Erfolg habe Halík sich, so Israng, für eine Versöhnung von Deutschen und Tschechen eingesetzt. Die Gründung der Marienbader Gespräche in den 1990er Jahren mit der Ackermann-Gemeinde sei „ein solches Beispiel, das Tschechen und Deutsche zusammenbringt und hilft, Gräben zu überwinden.“

Halík erinnerte an seinen Weihetag am 21. Oktober 1978 in Erfurt. Damals habe ihm auf dem Hauptbahnhof ein großes Propagandaplakat empfangen mit dem Zitat Lenins „Aus dem Funken schlägt die Flamme“. Die sei auch ein schönes Motto für sein Wirken als Priester, habe er sich damals gedacht. „Seit meiner Kindheit bin ich mit der deutschen Sprache, Kultur, Literatur und Musik verbunden“, erinnerte sich Halík. Daher sah er es immer als seine Aufgaben, „Wunden zwischen unseren Völkern“ zu heilen. „Ich wünsche mir, dass Deutsche und Tschechen Seite an Seite im Herzen Europas und mit Europa im Herzen das Haus Europa in Freiheit, Recht und Gerechtigkeit mitgestalteten“, so der Geehrte.

Für die Ackermann-Gemeinde überbrachte Bundesgeschäftsführer Matthias Dörr die Gratulation. „Das Leben und Wirken von Professor Halík ist eng mit Deutschland und der Gestaltung der deutsch-tschechischen Nachbarschaft verbunden.“ Dass Halík nun eine offizielle Würdigung erhalte, freue die Ackermann-Gemeinde sehr. Die Ackermann-Gemeinde ist seit Ende der 1980er Jahre mit Halík im Kontakt. Die nach der Samtenen Revolution gegründete Tschechische Christliche Akademie in Prag, dessen Präsident Halík ist, zählt von Beginn an zu den engsten Partnern des katholischen Verbandes in Tschechien.

Unter den Gästen der Feierstunde in der Botschaft waren der tschechische Außenminister Tomáš Petříček, der Prager Weihbischof Václav Malý, Dr. Jörg Basten vom katholischen Hilfswerk „Renovabis“, der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Prag, Matthias Barner, und P. Dr. Martin Leitgöb von der deutschsprachigen katholischen Pfarrei in Prag.

 

ag