Musik, Literatur und viel Kreatives

16. Rohrer Sommer der Ackermann-Gemeinde im Kloster Rohr

Vom Säugling bis zu über 80-jährige Senioren beteiligten sich vom 3. bis 10. August am inzwischen 16. Rohrer Sommer, der deutsch-tschechischen Kultur- und Begegnungswoche der Ackermann-Gemeinde in der Abtei Braunau im Kloster Rohr. Der Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde Adolf Ullmann ist von Beginn an Chef des Leitungsteams dieser Veranstaltung und (mit Angehörigen seiner Familie) auch federführend bei den Angeboten mit von der Partie. Beim Abschlussabend sowie bei einer Matinee und im Gottesdienst in der Klosterkirche von Rohr zeigten die Kursteilnehmer, was sie während der Woche alles erarbeitet hatten.

 

Chor und Orchester, dirigiert Adolf Ullmann

Zehn Tschechen waren diesmal unter den gut 90 Teilnehmern. Adolf Ullmann gelang es zudem, einige bisherige Teilnehmer der Sudetendeutschen Musiktage zu gewinnen. Denn für das Orchester und den Chor hatte er vor allem Werke des böhmischen Komponisten Johann Caspar Ferdinand Fischer ausgewählt. Die Missa (brevis) in Adventu für Chor und Orchester stand ebenso zur Einstudierung an wie Orchesterwerke, wobei sich dieses aus Streichern und (Quer)Flöten sowie Orgel zusammensetzte. Einige separate Stücke (unter anderem von Anton Reicha) studierten das Quer- bzw. Blockflötenquintett unter Leitung von Christa Ullmann ein. Diese Ensembles brachten ihre erarbeitete Musik bei der Soiree am vorletzten Kurstag in der Pfarrkirche von Bad Gögging konzertant zu Gehör, wobei das Orchester von Stefanie Kocher dirigiert wurde und Hildegund Kirschner, von Ira Ullmann am Klavier begleitet, zwei geistliche Gesänge vortrug. Adolf Ullmann dirigierte bei der Messe Chor und Orchester, moderierte aber auch die Veranstaltung mit wissenswerten Details zu den Komponisten, ihrer Zeit und den aufgeführten Werken.Neben der Musik stand während der Woche etwa im literarischen Arbeitskreis, geleitet von Dieter Salomon, der Roman „Nachts unter der Steinernen Brücke“ von Leo Perutz (1882 – 1957) im Mittelpunkt. Das Werk dieses jüdischen Schriftstellers spielt in Prag und ist sehr europäisch geprägt. Die Teilnehmer erstellten für die Abschlusspräsentation eine Dekoration mit einem Rosen- bzw. Rosmarinstrauch und malten die Prager Karlsbrücke. Kreatives Gestalten in vielfacher Form war auch bei Traudl Heppner angesagt, die Tücher und T-Shirts in bunte Farben brachte. Aber auch für die Herstellung von Kerzen war Traudl Heppner zuständig, so zum Beispiel einer speziellen Trauerkerze. Denn bei einer der morgendlichen Statios zum Thema „Zeitzeugen“ wurde auch der auf dem Rohrer Friedhof bestatteten Benediktiner-Patres gedacht, die das Schicksal der Vertreibung erdulden mussten.Abt Gregor Zippel selbst übernahm den religiösen Arbeitskreis, darüber hinaus waren Volkstanz und Volksmusik (Barbara Hauck und Paul Barth), Musikalische Früherziehung (Gabriele Koch), Klöppeln (Erwin Siegert) und Holzarbeiten (Markus Ullmann) angeboten. Beim Abschlussabend trugen die Teilnehmer der Arbeitskreise die Ergebnisse ihrer Arbeit vor, fast schon traditionell gehört auch das Puppenspiel von Prof. Dr. Arnulf Rieber zum Programm dieses Abends.Aber auch Arbeitseinheiten für die Gesamtgruppe fehlten nicht. Neben den religiösen Elementen am Tagesanfang und zum Tagesabschluss gab es einen gemeinsamen Tanz- und Singabend sowie einen Themenabend zur Ackermann-Gemeinde. Denn an diesem Rohrer Sommer nahmen viele Nichtmitglieder teil, von denen sich einige bis zum Ende der Tagung für einen Beitritt zur Ackermann-Gemeinde entschieden. Und vielleicht folgen noch weitere.

Markus Bauer