Herwig Steinitz für Einsatz in der Ackermann-Gemeinde und für die katholische Vertriebenenseelsorge geehrt

In Sachen Ackermann-Gemeinde war Herwig Steinitz ein „Spätzünder“. Erst 1994 wurde er Mitglied. Doch schnell machte er sich einen Namen und wurde als „Quereinsteiger“ für seine frischen Gedanken geschätzt. Seit 2001 gehörte er dem Bundesvorstand der Ackermann-Gemeinde an und 2004 stieg er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden aus. Bei der Hauptversammlung in Würzburg (Bericht folgt) ehrte der Bundesvorsitzenden Martin Kastler Steinitz mit der Goldenen Ehrennadel der Ackermann-Gemeinde. Der 78-Jährige hatte aus Altersgründen nicht erneut für den Bundesvorstand kandidiert. Kastler hob das theologische und historische Wissen sowie den Blick auf aktuelle gesellschaftliche, politische und kirchliche Entwicklungen hervor. Damit habe Steinitz die Diskussionen im Bundesvorstand stark bereichert. „Zugleich hat er mit seiner vermittelnden Art und seinem Ringen um Kompromisse zu dem freundschaftlichen und konstruktiven Arbeitsklima im Bundesvorstand beigetragen“, dankte Kastler dem Geehrten.

 

Der Bundesvorsitzende Martin Kastler (r.) nahm die Ehrung vor.

Steinitz dankte für die Ehrung und erinnerte an Meilensteine der vergangenen Jahre.

Die Verleihung fand im Rahmen der Hauptversammlung der Ackermann-Gemeinde in Würzburg statt.

Steinitz übernahm für die Ackermann-Gemeinde wichtige Vertretungsaufgaben. Bei der „Arbeitsgemeinschaft katholischen Vertriebenenorganisationen“ (AKVO) war er Delegierter. 2012 übernahm er in einer wichtigen Phase des Übergangs für die Vertriebenenseelsorge die Funktion des AKVO-Bundessprechers. In dieser gestaltete er gemeinsam mit Weihbischof Dr. Reinhard Hauke maßgeblich die Weiterentwicklung der Vertriebenenseelsorge mit. Dabei konnte er auch die Erfahrungen und Diskussionen aus der Ackermann-Gemeinde einbringen. Das neue Selbstverständnis der AKVO zeigte sich in der von ihm initiierten Umbenennung der AKVO in „Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände Mittel- und Osteuropa“ (AKVMOE). Zudem entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz die Arbeitshilfe „Erinnerungskultur und Friedensarbeit“, an deren Konzeption er sich beteiligte und zu der er auch einen Grundsatzbeitrag beisteuerte.

Über seinen Einsatz auf Bundesebene hinaus brachte Steinitz sich auch in der Ackermann-Gemeinde in Hessen und im Bistum Limburg ein. So ist er einer von zwei stellvertretenden Vorsitzenden der Limburger Ackermann-Gemeinde. Weiter gehört Steinitz zu den regelmäßigen Teilnehmern der tschechischen Sprachkurse „Colloquia Ustensia“, die jährlich zwei Wochen im August nicht weit von den Orten seiner frühen Kindheit entfernt, in Aussig/Ústí nad Labem, stattfinden.

Geboren wurde Herwig Steinitz 1941 in Leitmeritz/Litoměřice und verbrachte seine Kindheit bis zur Vertreibung mit seiner Mutter und den drei Geschwistern in Lobositz/Lovosice an der Elbe. Nach dem Abitur begann er 1961 in Frankfurt am Main mit dem Studium der Philosophie und Theologie an der Hochschule St. Georgen. Ab 1963 setzte Steinitz sein Studium in Münster bei den bedeutenden Professoren Joseph Ratzinger, Walter Kasper und Johann Baptist Metz fort. Nach dem Examen 1968 schloss Steinitz im Jahr 1973 ein berufsbegleitendes Zusatzstudium als Diplom-Pädagoge mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung ab. Der folgende Berufsweg stand ganz im Dienste des Bistums Limburg: in der Hochschulpastoral in Frankfurt, in der Katholischen Erwachsenenbildung in Mainz, in der Personalförderung im Ordinariat Limburg, als persönlicher Referent von Bischof Franz Kamphaus, als leitender Referent im Bereich „Pastorale Grundfragen“ sowie zuletzt bis zur Pensionierung im Jahr 2006 als Abteilungsleiter. Zudem war er als Supervisor und Gemeindeberater sowie als Referent für Pastorale Praxisberatung tätig.

„Herwig Steinitz hat in den vergangenen Jahrzehnten die Weiterentwicklung der Ackermann-Gemeinde und der katholischen Vertriebenenseelsorge maßgeblich mitgestaltet. Es ist auch seinem Beitrag zu verdanken, dass die Ackermann-Gemeinde die „Zeichen der Zeit“ erkannt und zeitgemäße Formen des Umgangs mit Geschichte entwickelt hat sowie sich gemeinsam mit Partnern in der Tschechischen Republik den aktuellen Herausforderungen stellt und dabei einen wichtigen Dienst für Kirche und Gesellschaft leistet“, so der Bundesvorsitzende Kastler in der Laudatio.

ag