Deutsch-tschechisches Jugendfestival „Licht-Zeichen“ in Skoky/Maria Stock

Mitte August wird der verlassene westböhmische Wallfahrtsort Skoky/Maria Stock für ein Wochenende mit Leben erfüllt. Die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde und ihre tschechischen Partner Rytmika Šumperk und „Pod střechou“ aus Toužím veranstalten dort vom 10. bis 12. August 2007 unter dem Motto „Licht-Zeichen“ ein Festival. Hierzu sind alle Interessenten herzlich eingeladen.

Wallfahrtskirche Maria Stock/Skoky

Schon ab dem 4. August werden ca. 50 deutsche und tschechische Jugendliche die ausgeraubte barocke Wallfahrtskirche künstlerisch-kreativ gestalten. So wird der triste Kirchenraum unter der Leitung der beiden Künstler Christopher Vogl und Gabriel Gruß zu einem Kunstwerk auf Zeit. Neben Malerei kommen dabei auch Licht- und Bildprojektionen zum Einsatz.

Den Auftakt des Festivals bildet am Freitagabend um 19 Uhr ein Konzert des Prager Liedermachers Petr Linhart in der Kirche. Er wird Lieder aus seinem neuen Album „sudéta“ (Sudeten) singen. Zu seinem Repertoire gehört auch der Song „Maria Stock“, den er erstmals auch in deutscher Sprache darbieten wird. Der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden werden für den Erhalt der Kirche verwendet.

Am Samstag wird den Besuchern ab 10 Uhr ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben kreativen Angeboten, einer Wanderung und sportlichen Aktivitäten finden auch Diskussionskreise statt. Namhafte Referenten aus Deutschland und Tschechien beschäftigen sich unter anderem mit dem deutsch-tschechischen Verhältnis und mit Konzepten zur Sicherung und Belebung der Kirche. Der Höhepunkt des Wochenendes ist eine Spätmesse um 21 Uhr in der künstlerisch gestalteten Kirche mit dem Pilsner Generalvikar Dr. Robert Falkenauer und dem Geistlichen Beirat der Ackermann-Gemeinde Msgr. Anton Otte. Dem Gottesdienst schließt sich eine Nacht der Lichter mit Liedern aus Taizé an. Die musikalische Gestaltung übernimmt „piccola band“ aus Mähren.

Skoky/Maria Stock, 30 km östlich von Karlsbad gelegen, ist ein Wallfahrtsort mit einer wechselvollen Geschichte. Die Wallfahrtstradition geht auf das Jahr 1717 zurück, die barocke Kirche wurde 1738 eingeweiht. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebten dort etwa 170 Personen, überwiegend deutscher Nationalität. Nach der Vertreibung blieben nur die Kirche und die Ruinen des ehemaligen Gasthauses mit Stallungen erhalten. Nach der Wende wurde die Kirche mehrmals aufgebrochen und ausgeraubt. Der traurige Höhepunkt ereignete sich im Herbst 2006, als drei junge Männer die Kuppel des Dachs absägten, um das Kupfer zu stehlen. Dabei stürzte einer von ihnen ab und wurde lebensgefährlich verletzt.

Anfang der 80er Jahre wurden auf tschechische Initiative hin die Wallfahrten wieder aufgenommen. Seit dieser Zeit versammeln sich dort deutsche und tschechische Christen zu gemeinsamen Gottesdiensten. Im Sommer 1996 fand in Skoky/Maria Stock das erste deutsch-tschechische Jugendzeltlager statt. Seither kommen jährlich etwa 40 Jugendliche für eine Woche in den verlassenen Ort, um gemeinsam zu arbeiten, zu diskutieren und zu beten.
Für Festivalteilnehmer ist eine kostenlose Übernachtung im eigenen Zelt vor Ort möglich. Eine Gemeinschaftsverpflegung wird angeboten. Weitere Informationen zum Festival gibt auf den Internetseiten der Jungen Aktion www.junge-aktion.de.