Beckstein für Dialog mit Tschechien

Der Dialog mit der tschechischen Regierung sei eines der zentralen Ziele des Freistaates Bayern als Schirmland der Sudetendeutschen. Dies betonte Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein am Pfingstsonntag bei seinem ersten Auftritt als Schirmherr auf einem Sudetendeutschen Tag.

 

Günther und Marga Beckstein zeigten sich interessiert.

„Kontakte mit dem tschechischen Nachbarn ausbauen. Dieser Aufgabe stelle ich mich mit aller Kraft, auch mit aller Offenheit und aller Ehrlichkeit“, betonte Beckstein in der Nürnberger Frankenhalle. Weiter gehe es ihm darum, die Gemeinschaft und Kultur der Sudetendeutschen zu bewahren. Als drittes zentrales Anliegen möchte Bayern sich „im nachbarschaftlichen Dialog zusammen mit den Sudetendeutschen“ um eine dauerhafte Versöhnung bemühen.

Bei seinem anschließenden Rundgang durch die Hallen besuchte der bayerische Ministerpräsident auch den Stand der Ackermann-Gemeinde. Bundesgeschäftsführer Matthias Dörr und Franz Olbert, Geschäftsführer des Sozialwerks, berichtete ihm von den vielfältigen Initiativen, die sich in Tschechien mit der deutschen Vergangenheit von Böhmen, Mähren und Schlesien beschäftigen. Darin sehe die Ackermann-Gemeinde einen guten Anknüpfungspunkt für eine verstärkte bayerisch-tschechische Zusammenarbeit. Auf besonderes Interesse des Ministerpräsidenten und seiner Frau Marga stieß das Projekt „Das verschwundene Sudetenland“ der tschechischen Bürgervereinigung Antikomplex. Die Arbeit des Prager Büros der Ackermann-Gemeinde stellte dessen Leiter Msgr. Anton Otte, Geistlicher Beirat der AG, vor.

Weiterer Höhepunkt des Sudetendeutschen Tages war die Verleihung des Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft an den tschechischen Dissidenten und Publizisten Petr Uhl. Dieser zählt zu den Stammgästen der Iglauer Symposien der Ackermann-Gemeinde. „Seit Jahren stehe ich vor allem mit den Mitgliedern der christlichen Ackermann-Gemeinde im Kontakt“, so Uhl in seiner Dankesrede. Dies habe ihn überzeugt, dass "die Sudetendeutschen nicht nur antinazistisch eingestellt, sondern auch wirkliche Demokraten seien“. Die Junge Aktion konnte gemeinsam mit ihrer tschechischen Partnergruppe Antikomplex durch ihre „Anhörung“ zu einem Sudetendeutschen Tag 2011 in Nordböhmen den Diskussionen der vergangenen Jahre neue Impulse verleihen (ausführlicher Bericht hier).

Reges Interesse unter den Besuchern des Heimattreffens der Sudetendeutschen fand der AG-Stand in Halle 1. Auch CSU-Chef Erwin Huber, der Beauftragte der deutschen Bischofskonferenz für Vertriebene und Aussiedler Weihbischof Gerhard Pieschl, der Europaabgeordnete Milan Hora
ček (Bündis90/Grüne) und der SL-Sprecher Bernd Posselt MdEP besuchten den Stand der Ackermann-Gemeinde und informierten sich über deren Aktivitäten im deutsch-tschechischen Dialog.

Foto: Ivan Laputka

Weitere Fotos:

Download: CSU-Chef Huber informiert sich über die Verständigungsarbeit der
AG. Auf dem Bild (v.l.n.r.): JA-Sprecher Sebastian Kraft, Bayer.
Finanzminister Erwin Huber, Margareta Klieber (AG-Geschäftsstelle),
JA-Sprecherin Friederike Hauck (Foto: Alfred Santner)

Download: Der Europaabgeordnete der Grünen Milan Horaček (Mitte) am Stand der AG mit Ondřej Matějka von Antikomplex und dem Mitglied des AG- Vorstandes Rainer Karlitschek.