Bayerisch-Böhmisches Kulturerlebnis bei der Kulturnacht in Landshut

Kultur spielt bei der Ackermann-Gemeinde und der Sdružení Ackermann-Gemeinde seit jeher eine bedeutende Rolle. So war es nur folgerichtig, dass es im Rahmen der Begegnungstage auch eine Bayerisch-Böhmische Kulturnacht gab. Sie stand am Freitagabend von 19.00 Uhr bis 1.00 in der Nacht auf dem Programm. Sie richtete sich auch an die Landshuter Öffentlichkeit, die dieses Angebot dankbar, interessiert und in großer Zahl annahm. Weit über 2.000 Besucher wurden gezählt.

Roman Horák zog als Clown die Passanten in der Landshuter Altstadt in den Bann.

Fast 300 Besucher sahen bei der Kulturnacht die Kinderoper "Brundibár" als Schattenspiel.

Barocke Musik von "Ad gaudium" aus Pilsen/Plzeň.

Dr. Kateřina Tučková las aus ihrem Roman "Gerta. Ein deutsches Mädchen".

Fürhung durch das LandshutMuseum auf den Spuren des "Böhmischen Landshut".

Auch Dr. Radka Denemarková (l.) las aus ihrem jünst erschienen deutschen Roman.

Auch die Atmosphäre in der Krypta von St. Jdok machte die Darbietung sakraler Musik zu einem Erlebnis.

Die Tanzfläche vor dem Rathaus entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt bei der Kulturnacht.

Werke von Brahms und Dvořák erklangen in der Heilig-Geist-Kirche.

Sabine Dittrich stellte den tschechischen Pädagogen und Christen Přemysl Pitter vor.

Wurde für seinen Auftritt gefeiert: Dr. Jaromír Konečný.

Die "Pilsner Jazz Band" sorgte für überfüllte Räumlichkeiten im Rauchensteiner.

DJ Holle aus Berlin legte bis spät in die Nacht bei der "deutschechischen Disco" auf.

Auch die deutsch-tschechische Kulturwoche „Rohrer Sommer“ brachte sich als Aushängeschild der Kulturarbeit der Ackermann-Gemeinde aktiv mit mehreren eigenen Angeboten in das umfangreiche und vielfältige Programm der Kulturnacht ein.

Bereits in den Juliwochen vor der Kulturnacht waren in Landshut die Ausstellungen „Die Schaleks“ (in der Volkshochschule), Lukáš Houdeks „Unsere“ (im Röcklturm) und „Zeugen für Menschlichkeit. Christlicher sudetendeutscher Widerstand“ (Turmhalle der Stiftsbasilika St. Martin) zu besichtigen – und konnten natürlich auch während der Begegnungstage und insbesondere im Rahmen der Bayerisch-Böhmischen Kulturnacht besucht werden. Die vierzehn zwischen 19 und 22 Uhr angebotenen kulturellen Veranstaltungen liefen jeweils zur vollen Stunde mit einer Dauer von rund 45 Minuten. Dies bedeutete, dass man – auch um sie voll zu genießen und von der einen zur anderen Veranstaltung zu gelangen – drei dieser Angebote wahrnehmen konnte.

In der Fußgängerzone lud das Volksmusik-Ensemble des Rohrer Sommers zum Tanzen ein und der tschechische Mime und Clown Roman Horák bot einen Straßen-Theater-Act, mit dem er den Passanten die Angst vor dem deutsch-tschechischen Dialog nahm. Vier Musikkonzerte fanden viele Zuhörer: das Quartett der deutsch-tschechischen Kulturwoche „Rohrer Sommer“ bot in der Heilig-Geist-Kirche ein Konzert „Brahms meets Dvořák“. In der Frieshalle der Volkshochschule spielte das aus Pilsen/Plzeň stammende Ensemble „Musica ad Gaudium“ zeitgenössische und barocke Musik für Flöten, Cembalo und Gesang. In der Krypta von St. Jodok interpretierten die Sängerin Petra Lavička, die Tänzerin Barbora Rakušanová und Kateřina Šteidlová (Rezitation) Gebete von Hildegard von Bingen. Roma-Musik bot im Literaturcafé im Röcklturm der Sänger, Akkordeonspieler und Pianist Mário Bihári.

Im Literatur-Segment gab es Lesungen in Tschechisch von Dr. Kateřina Tučková aus ihrem Roman „Gerta. Das deutsche Mädchen“ und von Sabine Dittrich über den Pädagogen Přemysl Pitter. Passagen aus ihrem jüngst in deutscher Sprache erschienenen Roman „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ trug schließlich Radka Denemarková vor. Eine spezielle Führung durch das „Böhmisches Landshut“ gab es im LandshutMuseum durch den Direktor der Museen der Stadt Landshut Dr. Franz Niehoff persönlich.

Ein Höhepunkt der vielen Angebote war mit Sicherheit die für diesen Anlass speziell inszenierte Aufführung der Kinderoper „Brundibár“ des Komponisten Hans Krása – eine Geschichte vom Sieg des Guten über das Böse – durch den „Rohrer Sommer“. Zwei arme Geschwister wollen durch Singen Geld verdienen, um Milch für ihre kranke Mutter kaufen zu können. Dabei müssen sie sich gegen den grässlichen Leierkastenmann Brundibár wehren, was ihnen mit Hilfe mehrerer Tiere und vieler Kinder gelingt. Die Aufführung im Landshuter Salzstadel erfolgte als Schattenspiel (Regie: Jutta Boehm), die Musik für diese Darbietung haben Stephanie Kocher und Christa Ullmann bearbeitet. Zahlreiche Kinder und auch einige Erwachsene aus Deutschland und Tschechien waren gemeinsam als Musiker, Sänger und hinter der Bühne mit den zu bewegenden Figuren aktiv. Das bedeutete drei Stunden am Abend höchste Konzentration für alle.

Die Bayerisch-Böhmische Kulturnacht endete ab 22 Uhr mit einem Jazz-Konzert der Pilsner Jazz Band im Rauchensteiner sowie mit Poetry und einer „deutschtschechischen Disco“ im JUZ Poschinger Villa. Dort traten der bekannte Poetry-Slammer Dr. Jaromír Konečný, der Schauspieler und Autor Julian Niedermeier sowie der Poetry-Slammer Thomas Eiwen auf. Abtanzen konnte man schließlich zu deutschen und tschechischen Songs, die DJ Holle aus Berlin auflegte.

 

Markus Bauer