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Ackermann-Gemeinde in der Diözese Augsburg

Msgr. Hacker (2. v.l.) mit dem Vertriebenenbischof Jansen im Flüchtlingslager Neuburg.

In der Diözese Augsburg begann schon im Jahre 1947 Monsignore Rudolf Hacker als Diözesanvertriebenenseelsorger seine Arbeit für die Seelsorge und Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlingen. Er wirkte über die Diözese hinaus in allen Gremien für Vertriebenenfragen und brachte auch seine Arbeit in die Ackermann-Gemeinde ein. Er erkannte schon sehr früh, dass die Integration in Kirche und Gesellschaft und das Bewahren des kulturellen Erbes die wichtigsten Aufgaben damals waren.

Dieser Aufgabe fühlt sich auch heute noch der Diözesanverband verpflichtet. Wir befassen uns heute auch mit politischen Themen, wobei unsere Erfahrungen aus der gelungenen Integration eingebracht werden können. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf die sich langsam anbahnende Aussöhnung mit unseren tschechischen Nachbarn und auf das Zusammenwachsen Europas.

Wort zum Jahr 2017:

Liebe Mitglieder und Freunde der Ackermann-Gemeinde Augsburg,

im Rahmen einer Veranstaltung der Ackermann-Gemeinde bei einer der letzten Sudetendeutschen Tage in Augsburg hat mich eine Aussage von Dr. Peter Becher vom Adalbert-Stifter-Verein sehr beeindruckt. Er sagte damals vor etwa 10 Jahren: „Wir werden als Sudetendeutsche in der Geschichte Europas nur eine Spur hinterlassen, wenn uns das zusammen mit den Menschen gelingt, die heute dort leben, wo wir herkommen.“

Eigentlich sind wir jetzt auf einem guten Weg. Der Grundstein für das Sudetendeutsche Museum ist gelegt. Der tschechische Kulturminister Daniel Herman hat auf dem Sudetendeutschen Tag 2016 offiziell als Vertreter der Regierung gesprochen. Auch in der tschechischen Gesellschaft drängen vor allem die Jüngeren darauf, die Zeit von 1945/1946 und auch die Jahrhunderte davor in einem anderen Licht zu sehen.

Wir von der letzten sudetendeutschen Erlebnisgeneration sollten alles daran setzen, dass in der deutschen Gesellschaft Gesprächspartner mit genügend Sachkenntnis und Einsicht für diesen Aufbruch im tschechischen Umfeld zur Verfügung stehen; ganz gleich, ob es Nachgeborene aus dem Kreis der Vertriebenen oder Interessierte aus der deutschen Gesellschaft sind. Diesem Ziel wollen wir bei unseren Themen als Ackermann-Gemeinde so weit als möglich Rechnung tragen.

Ein friedliches Umgehen der Nachbarn in der Mitte Europas wird gerade angesichts der Verwerfungen und Umbrüche unserer Zeit ganz besonders wichtig sein.

Alfred Müller, Diözesanvorsitzender