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Der Eiserne Vorhang

Mehr als 40 Jahre war Europa durch den Eisernen Vorhang getrennt. Die Ackermann-Gemeinde, die 1946 von katholischen Vertriebenen aus Böhmen, Mähren und Schlesien gegründet worden war, stand der Situation der Menschen, die im östlichen Europa unter dem Kommunismus litten, nicht gleichgültig gegenüber.

 

 

 

Foto: Der Eiserne Vorhang trennte Europa und bedeutete für die Christen im Osten Verfolgung.

Hilfe in kommunistischer Zeit

Die Kirche in der Tschechoslowakei wurde vom kommunistischen Regime unterdrückt. Priester, Ordensleute und Gläubige waren Repressalien ausgesetzt und wurden verfolgt. Hier aus christlicher Verantwortung – durch Gebet, ideell sowie materiell – zu helfen, wurde zum Mittelpunkt der Arbeit des 1950 gegründeten Sozialwerks der Ackermann-Gemeinde. Sein Archiv dokumentiert unter anderem die Betreuung von 1.258 Priestern und Ordensleuten bis zur Wende.

 

Foto: Durch Gebet und Opfer half die Ackermann-Gemeinde den verfolgten Christen im östlichen Europa. Aufkleber aus den 1980er Jahren.

Papst Johannes Paul II. und die Wende

Michail Gorbatschow schrieb 1992: „Alles, was in den letzten Jahren in Osteuropa geschehen ist, wäre ohne diesen Papst nicht möglich gewesen“. Durch sein Beten, seine Diplomatie, seine Worte und Gesten wurde die Kirche zum Vorreiter der friedlichen Revolutionen. Das Wirken des Heiligen Papstes Johannes Paul II. hat das Gesicht unseres Kontinents und der Welt verändert.

 

 

Foto: AG-Generalsekretär Franz Olbert reicht in Rom Papst Johannes Paul II. die neue Krone für die Muttergottes von Philippsdorf/Filipov (Nordböhmen) zur Segnung.

Die Heiligsprechung der Agnes von Böhmen

Nach einer alten Weissagung erlebt Böhmen erst dann dauerhaften Frieden, wenn die selige Agnes von Böhmen (1211-1282) heilig gesprochen sei.

Zu ihrer Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II. am 12.11.1989 fuhr ein Sonderzug der Ackermann-Gemein­de mit Deutschen und Tschechen nach Rom. Die Heiligsprechung fällt exakt zwischen den Fall der Berliner Mauer und den Beginn der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei. Sie wird zu einem unvergesslichen gemeinsamen Erlebnis von Christen aus Ost und West sowie der Beginn einer neuen Epoche.

Bild: Tschechisches Erinnerungsbildchen an die Heiligsprechung der Agnes von Böhmen in Rom.

Langfristige Folgen - langfristiger Aufbau

In kaum einem Staat des so genannten Ostblocks wurde die katholische Kirche während der kommunistischen Ära so schwer verfolgt wie in der Tschechoslowakei. Kirchengüter und Kirchen wurden enteignet und verwüstet, Priester und Ordensleute interniert, Gläubige bedrängt oder benachteiligt, kirchliches Leben war zum Teil völlig zum Erliegen gekommen.

Die Folgen sind bis heute spürbar. Der Auf- und Ausbau kirchlichen Lebens in Tschechien und der Slowakei braucht weiter Hilfe und Unterstützung von außen. Das Sozialwerk leistet - als helfende Hand der Ackermann-Gemeinde - bis heute nach Kräften hier einen Beitrag.

Foto: Gruppe in einem vom Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde unterstützen Kindergarten.

Im Nachbarland präsent

Nach der Wende konnte die Ackermann-Gemeinde an die zahlreichen Kontakte – zur Kirche, zur deutschen Minderheit und zu Oppositionellen – aus der Zeit vor der Wende anknüpfen. Es galt die neuen Möglichkeiten für Dialog und Verständigung zu nutzen. Hierzu eröffnete die Ackermann-Gemeinde bereits 1991 ein eigenes Büro in Prag.


Foto: Das Emauskloster in Prag seit 1991 Sitz der AG-Repräsentanz (Foto: Líbor Sváček)

Tschechische Schwesterorganisation

Durch die Aktivitäten der Ackermann-Gemeinde vor und nach der Wende sowie durch das erfolgreiche Wirken des Prager Büros stieg das Interesse unter den tschechischen Bürgern an einer Mitarbeit in dieser katholischen Gemeinschaft.

1999 gründet sich mit der Sdružení Ackermann-Gemeinde eine tschechische Schwesterorga­nisation. Sie wirkt als eigenständiger Verein in Kirche und Gesellschaft unseres Nachbarlandes und ist der wichtigste Kooperationspartner der Ackermann-Gemeinde in der Tschechischen Republik.

Neue Nachbarschaft konkret gelebt

Die Aktivitäten der Ackermann-Gemeinde für eine versöhnte und lebendige Nachbarschaft haben inzwischen eine lange Geschichte. Seit der Öffnung der Grenzen hat sie ein dichtes Netzwerk von Kontakten zu Menschen, Verbänden und Institutionen in der Tschechischen Republik aufgebaut.

Mit diesen Partnern pflegt sie einen intensiven Dialog, wie beispielsweise bei den seit 1992 jährlich stattfindenden Brünner (vormals Iglauer) Symposien. Impulse für die Aufarbeitung der belasteten Geschichte wurden gesetzt. Partnerschaften wurden geschlossen und werden durch Begegnungen, Familien- und Kulturwochen sowie durch grenzüberschreitende Jugendprojekte mit Leben erfüllt.

Die mit der Wende von 1989 eröffneten Chancen für ein neues Miteinander von Deutschen und Tschechen wurden genutzt. Mit Dankbarkeit schauen wir auf das Erreichte. Beide Völker bleiben Nachbarn, mit ihrer Geschichte und den gemeinsamen Herausforderungen. Als Christen wollen wir weiter im deutsch-tschechischen Dialog wirken.

Foto: Der tschechische Präsident Václav Havel empfing eine Delegation der Ackermann-Gemeinde.

Partnerschaftsarbeit nach Tschechien

Diözesanverbände der Ackermann-Gemeinde haben je eigene Schwerpunkte in der Partnerschaftsarbeit, wie die Grafik unten zeigt.

Darüber hinaus bestehen weitere intensive Kooperationen der AG auf Bundesebene, der AG Würzburg, der AG Bamberg, der Jungen Aktion, des Institutum Bohemicum sowie weiterer Gruppierungen der Ackermann-Gemeinde mit dem Nachbarland.

Die „Mauer in den Köpfen“ beseitigen

Auch wenn seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 25 Jahre vergangen sind, die „Mauer in den Köpfen“ ist vielfach noch nicht gefallen. Gegenseitige Akzeptanz fällt noch schwer und Vorurteile halten sich. Ängste voreinander bestehen, das Wissen übereinander und das Interesse aneinander sind weiter gering.

Nur durch Bildungsarbeit, Begegnungen und Dialog zwischen den Menschen kann das Zusammenwachsen gelingen. Die Ackermann-Gemeinde hat sich dies zur Aufgabe gemacht.

Unterstützen Sie mit Ihrer steuerabzugsfähigen Spende…

...die Verständigungs- und Begegnungsarbeit der Ackermann-Gemeinde e.V.

...den Auf- und Ausbau kirchlichen Lebens in Tschechien und der Slowakei durch das Sozialwerk der Ackermann-Gemeinde e.V.

Herzlichen Dank und Vergelt´s Gott!

Den Flyer zum Anlass 25 Jahre Wende können Sie hier downloaden.