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Gemeinsame Fundamente durch Kultur

Das Netzwerk der Tschechischen Zentren erstreckt sich über die ganze Welt: In insgesamt zwanzig Ländern gibt es eine offizielle Kulturvertretung. Nur in Deutschland ist das anders –  hier gibt es gleich drei. Außer den Zentren in Berlin und Düsseldorf gestaltet auch das 1999 gegründete Tschechische Zentrum München die (süd-)deutsche Kulturlandschaft mit. Dieser Ausnahmestatus unterstreicht die Bedeutung, die dem deutschen Nachbarn im Rahmen der tschechischen Außenpolitik beigemessen wird.

Als wichtiges kulturdiplomatisches Instrument wirken die Tschechischen Zentren in den Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation, außenwirtschaftliche Beziehungen sowie Tourismus. Durch ihre thematische Vielfalt, innovative Veranstaltungsformate und eine gute Vernetzung in der örtlichen Kultur- und Wissenschaftsszene möchten sie den guten Ruf Tschechiens im Ausland stärken, sich als ein modernes Land mit einer reichen kulturellen Tradition und großem kreativen Potential präsentieren und auf diese Weise die breite Öffentlichkeit für Tschechien begeistern. All diese Ziele hat sich auch das Tschechische Zentrum München auf die Fahne geschrieben, das seit dem Herbst 2000 in der Prinzregentenstraße 7 seinen festen Sitz hat.

Seitdem bieten wir hier Veranstaltungen aus allen Kunstsparten und für jeden Geschmack an: In unseren werktags geöffneten Räumlichkeiten können wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen (wie Kunst, Design, Geschichte…) besichtigt werden; großer Beliebtheit erfreuen sich auch Lesungen mit tschechischen Schriftstellern, Konzerte oder Diskussionsrunden. Diese Veranstaltungen sind ein Treffpunkt für Alt und Jung, für Deutsche ebenso wie für hier lebende Tschechen. Fester Bestandteil unserer Arbeit sind auch unsere Tschechischsprachkurse. Und: Jeden Samstag beherbergen wir die zweisprachigen Kinder der „Tschechischen Schule ohne Grenzen“. Doch sind wir nicht nur in den eigenen Räumlichkeiten und nicht nur in München zu finden.

In unseren Zuständigkeitsbereich fallen neben Bayern auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Ohne Partner vor Ort wäre dies nicht möglich. Dabei kooperieren wir einerseits mit etablierten Kulturinstitutionen, andererseits unterstützen wir auch die Tätigkeit kleiner Vereine. Gerade in Bayern ist vor allem die Zusammenarbeit mit sudetendeutschen Organisationen, wie mit dem Adalbert-Stifter-Verein oder der Ackermann-Gemeinde, prägend für unsere Kulturarbeit. Das Wissen um die gemeinsame Vergangenheit sowie das geteilte Ziel, die deutsch-tschechischen Beziehungen jetzt und in Zukunft positiv auszugestalten, macht sie zu den besten Multiplikatoren für unser „tschechisch-böhmisches“ Anliegen. Wir sind davon überzeugt, dass es die Kultur ist, sei es nun die Hoch- oder die Alltagskultur, die gemeinsame Fundamente von Bestand zu schaffen vermag.

Dr. Ondřej Černý
Direktor