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Dialogforen

Marienbader Gespräche

Im März 1990 trafen sich deutsche und tschechische Katholiken erstmals zu einer öffentlichen Begegnung in Marktredwitz. Die tschechische Seite war durch Christen aus der „Charta 77“ aus Prag kommend, die deutsche durch Führungskräfte der Ackermann-Gemeinde vertreten.

Die Teilnehmer vereinbarten die Weiterführung dieser Begegnung und begründeten damit die „Marienbader Gespräche“, die seitdem jährlich in Zusammenarbeit mit der Christlichen Akademie Prag gestaltet werden und seit 1994 im Stift Tepl stattfinden.

Gegenstand der Gespräche sind gesellschaftspolitische Fragen, Probleme der deutsch-tschechischen Nachbarschaft, Fragen der europäischen Entwicklung und kirchlichen Situation. So haben sich die Marienbader Gespräche zu einem Dialogforum von Christen entwickelt.

 

 

Im Mittelpunkt standen die Themen:

- „Deutsche und Tschechen in Geschichte, Gegenwart und Zukunft“
- „Heimatbilder und Heimaterfahrungen“
- „Wiederannäherung von Völkern nach nationalen Katastrophen“
- „Schulbücher und deutsch-tschechische Nachbarschaft“
- „Christen im säkularisierten Europa“
- „Umgang mit Nationalismus in der Gesellschaft“
- „Gesellschaft und Fremde – Migration und Integration als Herausforderungen für Deutsche und Tschechen“

Teilnehmer:    jeweils 70 – 120 (Vertreter kirchlicher Verbände und Einrichtungen sowie Wissenschaftler)

Vorträge und Diskussionsbeiträge wurden in Publikationen zusammengefasst und in deutscher und tschechischer Sprache veröffentlicht.

Iglauer/Brünner Symposien

Seit 1992 fand jährlich das Iglauer Symposium in Zusammenarbeit mit der Bernard-Bolzano-Gesellschaft (Prag) in Iglau statt. Gegenstand der Symposien waren historisch-politische Themen. Die Vorträge und Diskussionsbeiträge eines jeden Symposiums liegen schriftlich in deutscher und tschechischer Sprache vor.

Im Mittelpunkt standen die Themen

- „Verschwiegene Minderheit – Die nach der Vertreibung in der ČSSR verbliebenen Deutschen““
- „Weiße Flecken – Lücken und Tabus – in der deutsch-tschechischen Geschichte“
- „Deutsche und Tschechen: Was weh tut – was Hoffnung macht“
- „Deutsche und Tschechen: Die Erklärung – eine neue Chance“
- „150 Jahre nach Bernard Bolzano – Bilanz - Perspektiven“
- „Nationalismus und Europäische Union“
- „10 Jahre deutsch-tschechischer Nachbarschaftsvertrag – wie tragfähig ist diese Nachbarschaft?“

u.a. Themen zur aktuellen Situation und europäischen Entwicklung.

Seit 2007 findet das Symposium in Brünn/Brno statt. Unter dem Übertitel "Dialog in der Mitte Europas" erreicht das Brünner Symposium jeweils zum Palmsonntagswochenende über 200 Teilnehmer, Repräsentanten der Zivilgesellschaft und Erwachsenenbildung, Politiker, Publizisten, Wissenschaftler, Vertreter der deutschen Minderheit und Studenten, aus Deutschland, Tschechien sowie weiteren mitteleuropäischen Ländern.