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Die Ackermann-Gemeinde im deutsch-tschechischen Dialog

Aktivitäten der Ackermann-Gemeinde, Begegnungen, Gespräche und vor allem Hilfen haben eine lange Geschichte. Der offene Dialog ist mit der Wende 1989/90 möglich geworden und die sich ergebenden Möglichkeiten werden genutzt.

Tschechen und Deutsche haben sich in der Vergangenheit gegenseitig viele Wunden geschlagen. Aber sie sind und bleiben Nachbarn in der Mitte Europas und stehen vor der Aufgabe, eine neue Nachbarschaft aufzubauen. Das geht besonders die Christen beider Völker an. Ihnen ist aufgegeben, die Trümmer der Vergangenheit durch Versöhnung aus dem Wege zu räumen und von christlichen Wertvorstellungen ausgehend zur Gestaltung der Zukunft beizutragen.

Die Ackermann-Gemeinde hat sich dieser Aufgabe schon lange vor der Wende gestellt und über den Eisernen Vorhang hinweg im Geheimen Verfolgte und Unterdrückte in der damaligen ČSSR unterstützt. Seit Öffnung der Grenzen hat sie ein dichtes Netzwerk von Kontakten zu Menschen, Verbänden und Institutionen in der Tschechischen Republik aufgebaut. Mit diesen Partnern pflegt sie einen intensiven Dialog. Dies kommt auch in zahlreichen gemeinsamen, programmatischen Erklärungen zum Ausdruck (s. Anhang):

- Passauer Erklärung 1985

- Erklärung sudetendeutscher und tschechischer Christen zur Gestaltung der    deutsch-tschechischen Nachbarschaft 1991/92

- Offener Brief sudetendeutscher Christen an tschechische Christen 2000

Im Mittelpunkt dieses Dialogs steht das Bemühen,

- Vorurteile und Klischees abzubauen,

- eigene Mitschuld an den nationalen Katastrophen zu erkennen und anzuerkennen,

- den Wert symbolischer Wiedergutmachung durch Zeichen guten Willens herauszustellen und einvernehmlich einen Weg des Ausgleichs in die Zukunft zu gehen

 

Zu diesem Dialog gehört also die Suche nach Antworten auf die Frage, was Tschechen und Deutsche heute tun müssen, damit ihr künftig gemeinsames Haus Europa den Maßstäben von Menschenwürde und Menschenrechten entspricht. Auch hier sei auf neuere programmatische Aussagen von zentralen Arbeitsorganen des Verbandes hingewiesen (1999, 2001; s. Anhang).

Die von Papst Johannes XXIII. in seiner Friedensenzyklika „Pacem in terris“ genannten Bedingungen einer Friedensordnung „Freiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe“ sind die Bausteine unserer Versöhnungsarbeit.